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DFBnet Spielbericht ausfüllen: Anleitung für Mannschaftsverantwortliche

Aufstellung anlegen, Rückennummern checken, vor dem Anstoß freigeben — und nach dem Abpfiff sauber bestätigen. Die komplette Spieltags-Anleitung für den DFBnet-Spielbericht, inklusive der Fehler, die jedes Wochenende passieren.

· von Benjamin Bohl · 5 Min. Lesezeit

Sonntag, 13:40 Uhr. Anstoß ist um 15 Uhr, der Kaffee im Vereinsheim ist heiß, und irgendwo zwischen Trikottasche und Platzaufbau muss noch der Spielbericht freigegeben werden. Für erfahrene Mannschaftsverantwortliche ist das eine Fünf-Minuten-Routine — für alle, die es zum ersten Mal machen, eine Blackbox mit Ordnungsgeld-Risiko. Diese Anleitung macht aus der Blackbox eine Checkliste.

Was der Spielbericht ist — und wer welchen Teil ausfüllt

Der elektronische Spielbericht in DFBnet ist das offizielle Protokoll jedes Pflichtspiels und besteht aus zwei Teilen:

  • Teil 1 — die Aufstellungen: füllen beide Vereine vor dem Spiel aus und geben sie frei.
  • Teil 2 — der Spielverlauf: Ergebnis, Karten, Auswechslungen und besondere Vorkommnisse trägt nach dem Spiel der Schiedsrichter ein; die Vereine prüfen und bestätigen.

Wichtig zu wissen: Was im Spielbericht steht, ist später die Beweisgrundlage — etwa wenn es um einen Einspruch gegen die Spielwertung geht oder das Sportgericht einen Spielabbruch bewertet. Sorgfalt hier zahlt sich also doppelt aus.

Vor dem Spiel: Aufstellung anlegen und freigeben

Schritt 1: Anmelden und das Spiel öffnen

Du brauchst eine DFBnet-Kennung mit dem Recht "Spielbericht" für deine Mannschaft — die vergibt der Vereinsadministrator. Nach dem Login findest du unter Spielbericht die anstehenden Spiele deiner Teams. Goldene Regel: Zugang am Saisonbeginn testen, nicht am ersten Spieltag.

Schritt 2: Aufstellung aus der Spielberechtigungsliste bauen

Die Aufstellung baust du nicht freihändig, sondern aus der Spielberechtigungsliste deiner Mannschaft: Nur Spieler mit gültiger Spielberechtigung erscheinen dort. Du wählst Startelf und Auswechselspieler, markierst Kapitän und ggf. Torwart. Praktisch: Wer eine Stammformation als Vorlage speichert, klickt am nächsten Spieltag nur noch die Änderungen.

Fehlt ein Spieler auf der Liste, ist das ein Warnsignal, kein Anzeigefehler: Meist läuft sein Passantrag noch, oder nach einem Wechsel greift eine Wartefrist. Finger weg von kreativen Lösungen — ein nicht spielberechtigter Spieler im Pflichtspiel ist der häufigste Grund für eine Spielwertung am grünen Tisch.

Schritt 3: Rückennummern eintragen — und zwar die echten

Jeder Spieler bekommt im Bericht eine Rückennummer, und die muss mit dem Trikot auf dem Platz übereinstimmen. Klingt banal, ist aber einer der häufigsten Spieltagsfehler: Der Schiedsrichter kontrolliert anhand des Berichts, und Nummern-Wirrwarr kostet vor dem Anpfiff Zeit und Nerven — im Zweifel landet es als Vermerk im Bericht.

Schritt 4: Freigeben — rechtzeitig vor dem Anstoß

Mit der Freigabe wird die Aufstellung verbindlich und für Schiedsrichter und Gegner sichtbar. Bis wann freigegeben sein muss, legen die Durchführungsbestimmungen eures Landesverbands fest — üblich sind 30 bis 60 Minuten vor Anstoß. Nach der Freigabe sind nur noch begrenzte Korrekturen möglich, kurzfristige Änderungen (Spieler verletzt sich beim Warmmachen) laufen dann über den Schiedsrichter.

Ein Tipp aus der Praxis: Hängt die Freigabe an einen festen Auslöser — etwa direkt nachdem die Trikots verteilt sind. Routinen schlagen Erinnerungen, gerade wenn am Spieltag drei Dinge gleichzeitig passieren. Und falls der Gegner seine Aufstellung noch nicht freigegeben hat: Das ist sein Problem, nicht eures — eure Frist läuft unabhängig davon.

Der Spieltag im Zeitplan

Zeitpunkt Aufgabe Wer
Vorabend Aufstellung vorbereiten, Spielberechtigungen prüfen, Zugang testen Mannschaftsverantwortlicher
Treffpunkt (ca. 90 Min. vorher) Absagen einarbeiten, Rückennummern mit Trikotsatz abgleichen Mannschaftsverantwortlicher
Üblich 60–30 Min. vor Anstoß Aufstellung freigeben (Frist je Verband!) Beide Vereine
Vor dem Anpfiff Schiedsrichter prüft Bericht und ggf. Pässe Schiedsrichter
Nach Abpfiff Ergebnis, Karten, Wechsel, Vorkommnisse erfassen Schiedsrichter (bzw. Heimverein, s. u.)
Im Anschluss Teil 2 prüfen, Beanstandungen vermerken, bestätigen Beide Vereine

Nach dem Spiel: Torschützen, Karten und die Bestätigung

Nach dem Abpfiff trägt der Schiedsrichter seinen Teil ein: Endergebnis, Verwarnungen und Platzverweise, Auswechslungen mit Spielminute, dazu besondere Vorkommnisse. Torschützen erfasst je nach Verband der Heimverein oder der Schiri. In den unteren Ligen, wo Spiele mangels angesetzter Schiedsrichter von Vereinsschiris geleitet werden, übernimmt üblicherweise der Heimverein die komplette Erfassung.

Dann kommt der Schritt, der gern verschludert wird: die Bestätigung durch die Mannschaftsverantwortlichen. Lest den Bericht wirklich durch — stimmen Karten, Minuten, Auswechslungen? Falls nicht: Beanstandung vermerken statt einfach abnicken. Wer einen Fehler kommentarlos bestätigt, hat es später beim Einspruch deutlich schwerer.

Die fünf häufigsten Fehler — und die Rettung

  1. Aufstellung nicht (rechtzeitig) freigegeben. Folge: üblicherweise ein Ordnungsgeld nach Verbandsordnung, dazu Stress mit dem Schiri. Rettung: feste Routine — Aufstellung am Vorabend, Freigabe direkt am Treffpunkt.
  2. Falsche Rückennummern. Folge: Verwirrung bei der Passkontrolle, im Zweifel ein Vermerk. Rettung: Nummern beim Trikotverteilen gegen den Bericht checken — 60 Sekunden, die sich lohnen.
  3. Kennwort vergessen. Folge: Panik um 13:50 Uhr. Rettung: Der Vereinsadmin setzt Kennungen zurück; außerdem sollten immer zwei Personen pro Team Spielbericht-Rechte haben — der Co-Trainer als Backup hat schon viele Sonntage gerettet.
  4. Spieler fehlt in der Spielberechtigungsliste. Folge: nicht aufstellbar. Rettung: vor dem Spieltag mit dem Passverantwortlichen klären — nicht improvisieren.
  5. Teil 2 blind bestätigt. Folge: fehlerhafte Karten oder Minuten werden aktenkundig. Rettung: zwei Minuten lesen, Unstimmigkeiten als Beanstandung festhalten.

Übrigens, falls am Spieltag schlicht die Leute fehlen statt die Logins: Was Teams bei akutem Spielermangel tun können und wie ihr notfalls eine Spielverlegung beantragt, haben wir separat aufgeschrieben.

Sonderfall Testspiel: gleiche Plattform, lockerere Regeln

Auch Freundschaftsspiele laufen über DFBnet — von der Anmeldung des Testspiels bis zum vereinfachten Spielbericht. Die sportlichen Regeln sind dort deutlich flexibler, etwa bei Wechseln und Spielzeit — perfekt, um neuen Mannschaftsverantwortlichen das System ohne Punktspiel-Druck beizubringen.

Fazit: Routine schlägt Hektik

Der DFBnet-Spielbericht ist keine Raketenwissenschaft, sondern ein Ritual: Vorabend vorbereiten, am Treffpunkt freigeben, nach dem Spiel lesen und bestätigen. Wer diese drei Anker setzt, hat das Thema im Griff. Und für alles, was DFBnet nicht abdeckt — Testspielgegner finden, Schiedsrichter fürs Spiel organisieren, Fahrgemeinschaften zum Auswärtsspiel — gibt es MatchMakers: die Spieltagsorganisation neben dem Spielbericht, kostenlos für Amateurvereine.

Häufige Fragen

Bis wann muss der Spielbericht vor dem Anstoß freigegeben sein?
Das legt jeder Landesverband in seinen Durchführungsbestimmungen fest — üblich ist eine Freigabe 30 bis 60 Minuten vor dem Anstoß. Plant intern lieber mit mehr Puffer: Wer die Aufstellung schon am Vorabend vorbereitet und am Spieltag nur noch final prüft, gerät nie in die Situation, fünf Minuten vor Anpfiff mit zitternden Daumen am Handy zu hängen.
Was passiert, wenn die Aufstellung nicht rechtzeitig freigegeben wird?
Üblich ist ein Ordnungsgeld nach der Rechts- bzw. Strafordnung des Verbands — gespielt wird in aller Regel trotzdem, der Schiedsrichter vermerkt die verspätete Freigabe im Bericht. Wiederholungsfälle werden teurer. Die genauen Folgen regelt euer Landesverband; die zuverlässigste Versicherung dagegen ist eine feste Spieltagsroutine.
Ich habe mein DFBnet-Kennwort vergessen — was nun?
Der Vereinsadministrator kann deine Kennung zurücksetzen und neue Zugangsdaten vergeben — er ist die erste Adresse, nicht die Verbands-Hotline. Damit das nicht Sonntagmorgen um 12:55 Uhr passiert: Zugangsdaten am Saisonbeginn testen, im Passwortmanager speichern und sicherstellen, dass mindestens zwei Personen im Team Zugriff auf den Spielbericht haben.
Ein Spieler taucht in der Spielberechtigungsliste nicht auf — darf er spielen?
In Pflichtspielen: nein. Wer nicht auf der Liste steht, hat in der Regel keine gültige Spielberechtigung für eure Mannschaft — oft, weil der Passantrag noch läuft oder eine Wartefrist greift. Den Spieler trotzdem einzusetzen ist der direkte Weg zu einer Spielwertung gegen euch. Klärt den Fall vor dem Spiel mit dem Passverantwortlichen statt nach dem Spiel mit dem Sportgericht.
Wer trägt Torschützen und Karten nach dem Spiel ein?
Karten, Auswechslungen und das Ergebnis gehören zum Teil des Schiedsrichters; die Mannschaftsverantwortlichen prüfen und bestätigen anschließend. Torschützen erfasst je nach Verband der Heimverein oder der Schiedsrichter. Bei Spielen ohne offiziell angesetzten Schiri übernimmt üblicherweise der Heimverein die Erfassung — auch das regeln die Durchführungsbestimmungen eures Verbands.